Gasladaerne
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LANGNAU: Böhmisch und baslerisch lustig
25.11.2004 Letzten Samstagabend lud die Bouelemusig zu ihrem traditionellen Jahreskonzert ein – und viele kamen. Der Saal des «Hirschen» war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als die Blaskapelle zu ihrem Spiel ansetzte.
hrl. Die Spezialität der rund 15-köpfigen Bouele-Musig ist Blasmusik aus dem böhmisch-mährischen Raum, vorwiegend Polkas und Walzer. Und unter der optisch unauffälligen, aber dennoch straffen und gewiegten Leitung des neuen Dirigenten Robert Jordi wurde der unterhaltsame Melodienstrauss zu einem immer wieder zu neuen Facetten aufblühenden Bouquet, denn alle Register der Gruppe sind durch brillante Solisten besetzt. Als Besonderheit konnte die charmante Ansagerin Fabienne Lüthi sogar eine glanzvolle Uraufführung ankündigen: die Polka Bavlanka von Lojza Barotek, der in diesem Konzert mit mehreren feinen Nummern vertreten war. Zu Etwas stilleren, feineren, Momenten fand die Gruppe in Podliviy's Walzer, einem schönen Liebeslied. Zweimal brach dann die Bouele-Musig aber doch aus dem tschechischen Raum aus: im den glanzvollen Trompeten gewidmeten Flamenco und dem «Persischen Markt» in dem die Vielfalt eines orientalischen Bazars trefflich dargestellt wurde.
Im zweiten Teil des Abends gab es viel zu schmunzeln und auch herzhaft zu lachen, liessen doch die Mitglieder der «Gasladärne», einer Basler Schnitzelbank-Gruppe einige ihrer Verse aus den letzten Jahren neu aufleben. Wen wundert’s, dass dabei die lieben Zürcher nicht wenig abkriegten, sei es, dass die »Bänkler» erklärten, sie würden die Zürcher ohnehin nie verstehen, ob sie nun Frühenglisch oder ihren angestammten Dialekt sprächen. Spuckende Fussballer wurden da genau so auf die Schippe genommen wie doppende Velocracks, ja sogar Langnau wurde (in einem extra geschmiedeten Vers) aufs Korn genommen, solle es da ja so etwas wie illegale Mauern geben. Dass Schnitzelbänke auch top aktuell sein können bewiesen die «Gasladärne»-Leute mit der Feststellung, dass die Basler ab sofort keine Thunfische mehr kaufen würden (der FC Thun hatte an jenem Nachmittag den stolzen FCB aus dem Schweizer Fussball-Cup geworfen)!
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